Wer steckt hinter den Aylla Schuhen? Lerne Katka und Tadeáš kennen
Hinter jedem Aylla-Modell steckt eine Vielzahl von Entscheidungen. Von den ersten Skizzen über die Materialauswahl bis hin zu den kleinen Details, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht bemerkt.
Für all das sind bei Aylla Katka und Tadeáš verantwortlich. Wir haben mit ihnen darüber gesprochen, wie sie zum Schuhdesign gekommen sind, was sie außerhalb der Arbeit begeistert und warum ihre Zusammenarbeit so gut funktioniert.

Katka und Tadeáš, die Designer hinter den Aylla Schuhen
Wie würdet ihr euch selbst beschreiben?
Katka: Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen und liebe Teamarbeit. Es macht mir Spaß, andere zu inspirieren und mich gleichzeitig selbst inspirieren zu lassen. Ich reise gerne, entdecke neue Dinge und interessiere mich für alles, was meinen Horizont erweitert. Ich bin Zwilling – und das passt ziemlich gut zu mir. Ich bin sehr neugierig. Außerdem versuche ich, immer das Gute zu sehen und positiv zu bleiben.
Tadeáš: Ruhig und gelassen. Es freut mich, wenn ich anderen helfen kann. Ich höre lieber zu, als selbst zu reden.
Was macht ihr gern außerhalb der Arbeit?
Katka: Ich liebe die Natur. Ich bin gern am Wasser, sammle Kräuter und interessiere mich für Kunst, Kultur und Musik. Wenn möglich, bin ich am Stausee, in den Bergen oder mit einem Korb zum Kräutersammeln unterwegs.
Ich nehme gern an kreativen Workshops teil und lerne ständig Neues. Zurzeit faszinieren mich zum Beispiel Lehmputze. Eine Freundin von mir webt, deshalb lerne ich auch dieses Handwerk kennen. Vor Kurzem war ich bei einem Workshop zum Flechten von Strohkörben.
Traditionelle Handwerke, die in Tschechien und der Slowakei bis heute erhalten geblieben sind, faszinieren mich besonders. Ich mag natürliche Materialien, nachhaltiges Design und alles, was die Natur schont. Wenn Funktionalität, Schönheit und Nachhaltigkeit zusammenkommen, ist das für mich die perfekte Kombination.
Tadeáš: Ich entspanne meinen Kopf gerne mit ruhigen Aktivitäten. Ich gehe spazieren, fahre Motorrad oder Fahrrad oder verbringe den Abend mit einem guten Buch oder Film.
Wie seid ihr zu Barfußschuhen gekommen?
Katka: Der erste Impuls kam von Freunden, die schon seit vielen Jahren Barfußschuhe tragen. Wenn sie zu Besuch kamen, haben mir ihre Schuhe immer gefallen. Meine ersten waren Barfußsandalen aus Zlín. Und weil ich ohnehin gerne barfuß laufe, habe ich mich sofort in Barfußschuhe verliebt.
Tadeáš: Ja, daran erinnere ich mich gut. 🙂 Barfußschuhe habe ich erst bei Aylla für mich entdeckt. Mein erstes Paar waren die schwarzen Nuna-Stoffschuhe. Anfangs habe ich sie noch mit den legendären weißen tschechischen Turnschuhen abgewechselt, später dann ausschließlich Barfußschuhe getragen.
Es war Sommer. Ich hatte gerade mein Studium abgeschlossen, einen neuen Job, eine Freundin und habe mich immer darauf gefreut, meine Nunas anzuziehen. Ich habe sie heute noch. Manchmal schaue ich sie einfach kurz an und erinnere mich an diese Zeit. Mittlerweile trage ich fast nur noch Prototypen.

Wie seid ihr zum Schuhdesign gekommen?
Katka: Die ersten Schuhskizzen habe ich bereits während meines Modestudiums in Zlín gezeichnet. Im Rahmen meines Bachelorstudiums haben wir mit Baťa zusammengearbeitet. Richtig mit Schuhdesign begonnen habe ich aber erst bei Aylla. Davor habe ich vor allem Kleidung entworfen und genäht.
Tadeáš: Eher zufällig. Ich habe Produktdesign studiert und während des Studiums einmal ein Paar Hausschuhe entworfen und gefertigt. Das war allerdings mehr ein Experiment mit Kletterseilen als echtes Schuhdesign.
Ein paar Jahre später schrieb ich gerade an meiner Diplomarbeit, als unsere Sekretärin an der ČVUT eine Stellenausschreibung für einen Schuhentwickler bei Aylla verschickte. Von diesem Bereich des Designs wusste ich damals überhaupt nichts. Trotzdem fand ich ihn spannend – schon allein, weil Schuhe etwas sind, das praktisch jeder Mensch täglich nutzt.
Wie arbeitet ihr als Team zusammen?
Katka: Unser Team ist sehr gut ausbalanciert. Ich begeistere mich für Farben, Materialien und Trends. Tadeáš sorgt dafür, dass alles technisch funktioniert und strukturiert bleibt.
Er bringt Ordnung hinein, ich liefere oft die Ideen dazu. 🙂
Tadeáš: Katka unterstützt mich bei Materialien, Farben und bei der Weiterentwicklung unserer Kollektionen. Gemeinsam entscheiden wir auch, welche Modelle neu aufgenommen werden und welche nicht.
Im Gegenzug unterstütze ich sie bei technischen und technologischen Themen oder beim Design neuer Sohlen. Katka hat den Kopf oft in den Wolken – was für kreative Menschen wahrscheinlich ganz normal ist. Ich versuche, dabei trotzdem die Bodenhaftung zu behalten.
Deshalb höre ich mir ihre Ideen immer genau an. Manchmal muss ich sie aber auch etwas erden. Generell ist es unglaublich wertvoll, jemanden zu haben, mit dem man Ideen diskutieren und weiterentwickeln kann.
Katka: Tadeáš ist definitiv der größere Perfektionist, vor allem auf der technischen Seite. Ich bin eher ein Freigeist, aber Details sind mir genauso wichtig. Manche Dinge mache ich so lange neu, bis sie wirklich passen.
Tadeáš: Ich glaube, wir beschäftigen uns beide ähnlich intensiv mit Details. Aber wenn es um Perfektionismus geht, dann bin wahrscheinlich eher ich der Kandidat dafür. 🙂
Katka: Manchmal neige ich dazu, zu viele Ideen gleichzeitig zu entwickeln. Schuhe sind aber ein sehr praktisches Produkt. Man muss realistisch bleiben und die technische Seite immer mitdenken.
Tadeáš: Genau deshalb funktioniert unsere Zusammenarbeit so gut. Wir bringen unterschiedliche Perspektiven mit – und bei den wichtigen Entscheidungen sind wir meistens einer Meinung.

Was ist das Schwierigste am Entwerfen von Schuhen?
Katka: Für mich ist das ganz klar die technische Seite. Kleidung bedeckt einen großen Teil des Körpers. Ein Schuh ist klein. Deshalb muss man viel präziser und detailorientierter arbeiten.
Manchmal vergleiche ich Schuhe eher mit Schmuckstücken als mit Kleidung. Gleichzeitig beeinflussen sie aber die Anatomie eines Menschen. Das bringt eine große Verantwortung mit sich.
Tadeáš: Für mich ist es etwas schwieriger, Schuhe für Kinder zu entwickeln als für Erwachsene. Ich kann sie nicht selbst testen und es ist oft schwerer, konstruktives Feedback von Kindern zu bekommen.
Außerdem sind bei Kinderschuhen Kunde und Nutzer häufig zwei verschiedene Personen. Ich entwerfe die Schuhe sowohl für die Eltern, die sie kaufen, als auch für die Kinder, die sie tragen.
Welches Aylla-Modell mögt ihr am liebsten?
Katka: INCA gefällt mir wegen des Materials. Der Schuh ist schlicht, ursprünglich und hat ein klares Design ohne unnötige Elemente.
Aus der neuen Kollektion mag ich RURAQ besonders wegen der Materialkombinationen und des Schnitts.
Ich fühle mich von ethnischen Einflüssen angezogen, die in unseren Kollektionen vielleicht noch etwas stärker vertreten sein könnten. Wenn ich nur für mich selbst wählen müsste, wären es UMA und SULLA.
Tadeáš: Wahrscheinlich Inca II wegen seiner Vielseitigkeit. Er kann mehr, als man ihm auf den ersten Blick zutrauen würde, und versucht trotzdem nicht, etwas darzustellen.
So eine Art stiller, sorgloser Butler, der notfalls sogar eine Leiche verschwinden lässt. 😀

Tadeášs Lieblingsmodell: INCA II
Was würdet ihr entwerfen, wenn alles möglich wäre?
Katka: Mich würden interessante Mokassins mit ethnischen Einflüssen oder Sommerstiefel aus weichem Leder oder Veloursleder reizen. Etwas sehr Feminines im Stil von UMA oder SULLA.
Sneaker und Outdoor-Schuhe überlasse ich den Männern.
Tadeáš: Mein Kindheitstraum, irgendwann einmal ein Auto zu entwerfen, begleitet mich bis heute. Vielleicht klappt das ja irgendwann.
Aber grundsätzlich gestalte ich auch außerhalb unserer Schuhe sehr gern neue Dinge.