Über Aylla
Schuhe sind Teil unseres Körpers
Ich heiße Honza, und Aylla ist sozusagen unter meinen Händen entstanden. Oder besser gesagt: unter meinen Füßen.
Bewegung begleitet mich schon mein ganzes Leben. Klettern, Sport, Yoga und die Arbeit mit dem eigenen Körper. Je länger ich mich damit beschäftigte, desto mehr fiel mir etwas auf, worüber ich früher nie wirklich nachgedacht hatte: was ich an den Füßen trage.
Schuhe sind das einzige Kleidungsstück, das die Form unseres Körpers verändert.
Wenn die Füße nicht genug Platz haben und aus ihrer natürlichen Form gedrängt werden, betrifft das nicht nur die Zehen. Es verändert auch, wie wir stehen und uns bewegen. Aylla ist entstanden, damit Füße im Schuh genug Platz haben, um ihre Arbeit zu machen. Unser Körper ist von Geburt an für natürliche Bewegung gemacht. Wir sollten ihm nur nicht unnötig im Weg stehen. Komplizierter ist es eigentlich nicht.
Es gab also keinen großen Erleuchtungsmoment. Ich wollte einfach Schuhe, in denen sich meine Füße wohler fühlen. Warum sollte man sich den ganzen Tag darauf freuen, sie zu Hause endlich auszuziehen?
2008
Meine ersten Barfußschuhe. Obwohl ich das damals noch nicht wusste.
Während des Studiums ging ich los, um breite Schuhe zu kaufen. Nach Hause kam ich mit Barfußschuhen, ohne überhaupt zu wissen, dass man sie so nennt. Zu allem Überfluss wurde ich im Laden schlecht beraten und kaufte sie zu klein.
Es war also kein besonders erleuchteter Anfang. Ich wollte einfach Schuhe, in denen sich meine Füße wohler fühlen.
2016
Eine Kletterwand und die Rolle des kleinen Zehs
Mein Traum war eine eigene Kletterwand. Wir eröffneten sie in der Sokol-Sporthalle in Pardubice, und mein Bruder und ich wechselten uns zwei Jahre lang am Empfang ab.
Im selben Gebäude fanden Kurse in Ashtanga Vinyasa Yoga statt. Ich fing damit an, und es ließ mich jahrelang nicht mehr los. Ich lernte, den ganzen Körper einzubeziehen – viele der entscheidenden Details beginnen dabei an den Füßen. Zum Beispiel lernte ich, meinen kleinen Zeh richtig einzusetzen, und plötzlich gelangen mir Übungen, mit denen ich vorher gekämpft hatte. Der Fuß ist ein wesentlicher Teil unseres Körpers und stützt uns bei jeder Bewegung.

2017
Ein kleiner Laden an der Kletterwand
Neben der Kletterwand eröffnete ich einen kleinen Laden für Barfußschuhe. Damals gab es nur eine Handvoll Barfußmarken, und manche stellten ausschließlich Kinderschuhe her.
Ich begann, mit den Kundinnen und Kunden zu sprechen – nicht nur über Schuhe, sondern vor allem über ihre Füße: Was fühlt sich gut an? Was drückt? Was fehlt auf dem Markt? Je länger ich Schuhe anderer Marken verkaufte, desto deutlicher wurde mir, wie viele Lücken es noch gab.
Dann stellte ein Freund eine einfache Frage: „Warum lasst ihr nicht eure eigenen Schuhe herstellen?“
Also haben wir es versucht.
2019
Die erste INCA
Mein Freund Martin und ich zeichneten unser erstes Modell selbst. Manche Verfahren, die bei herkömmlichen Schuhen längst üblich waren, konnten damals nur sehr wenige Hersteller auf Barfußschuhe übertragen. Wir lernten während der Arbeit – und hatten gleichzeitig die ganz gewöhnliche Angst, dass das alles schiefgehen könnte.
2019 war die INCA endlich da – das erste Modell, hinter dessen Form, Funktion und Verarbeitung ich wirklich stehen konnte.
INCA heute
Die INCA ist bis heute Teil unserer Kollektion. Wir haben sie nach und nach weiterentwickelt. Inzwischen gibt es eine zweite Generation mit einer etwas anders geformten Zehenbox.
An ihr sieht man gut, wie wir an Schuhe herangehen: Wenn etwas funktioniert, werfen wir es nicht einfach weg. Wir hören zu, testen und verbessern die Details.
Warum Aylla?
Bei der Suche nach einem Namen wollten wir Klettern, Yoga, Barfußschuhe und Menschen miteinander verbinden, die gerne etwas anders über Bewegung nachdenken.
Aylla leitet sich vom Quechua-Wort ayllu ab. Es bedeutet Familie oder Gemeinschaft. Damals fühlte sich der Name richtig an – und das tut er bis heute.
Die ersten fünf Jahre
In unseren ersten fünf Jahren produzierten wir in Tschechien und der Slowakei. Darauf waren wir stolz, und lange wollten wir, dass es so bleibt.
Mit der Zeit stießen wir jedoch auf schwankende Qualität und technologische Grenzen. Unsere Möglichkeiten bei der Entwicklung waren praktisch ausgeschöpft. Mehr konnte uns die Produktion vor Ort nicht bieten. Das einzugestehen war nicht leicht. Aber wenn wir bessere Schuhe machen wollten, konnten wir nicht nur deshalb an etwas festhalten, weil es vertraut war.
Manchmal werden wir gefragt, ob wir in Tschechien produzieren – und viele erwarten ein Ja. Doch die Sache ist komplexer. Leder wird in Tschechien heute zum Beispiel kaum noch verarbeitet, und viele weitere Komponenten und Technologien sind hier nicht verfügbar und werden es vermutlich auch nie sein. Unser Land hat sich einmal dafür entschieden, Teil der Europäischen Union zu werden, und ich betrachte die EU gerne als ein Ganzes. Deshalb bleibt auch unsere Produktion innerhalb der EU. Wobei das größte Ganze natürlich unser gesamter Planet ist.
2025
Wir beginnen, unsere Schuhe in Portugal zu fertigen
Im März 2025 verlegten wir die Produktion nach Portugal. Dort haben wir eine beständigere Qualität, bessere technologische Möglichkeiten und den Freiraum, Details weiterzuentwickeln, die für uns vorher nicht erreichbar waren. Auch die Materialien können wir genauer im Blick behalten und mit hochwertigen Ledern arbeiten, die schonender verarbeitet werden. In Portugal können alle Materialien, die wir für unsere Schuhe brauchen, in derselben Region hergestellt und verarbeitet werden. Das verringert auch unsere Umweltbelastung, weil wir die Materialien nicht mehr aus mehreren Ländern transportieren müssen.
Unsere Ideen, die Entwicklung und das Design bleiben bei uns in Pardubice. Katka und Tadeáš stehen hinter der Entwicklung unserer Schuhe. In Portugal werden ihre Entwürfe von Menschen umgesetzt, die ihr Handwerk wirklich verstehen.
Was uns wichtig ist
Dass Füße natürlich arbeiten können
Wir machen keine Schuhe, die den Fuß formen. Wir geben ihm Platz und möchten, dass der Schuh mit dem Fuß zusammenarbeitet.
Schuhe, hinter denen wir stehen können
Wir lieben Design, aber gutes Aussehen allein reicht nicht. Wir tragen, testen und überarbeiten jedes Modell. Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, gehen wir noch einmal zurück – manchmal sogar zu einem Detail, das auf den ersten Blick niemand bemerkt.
Zu wissen, was wir herstellen
Wir wollen jeden Teil der Entwicklung, der Materialien und der Verarbeitung verstehen. Nicht, damit wir einen schönen Absatz darüber schreiben können, sondern weil man anders auf Dauer keinen guten Schuh machen kann.
Herzlich,
AYLLA SHOES
Pardubice, Tschechien

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